Interview mit Fatih Ekinci (SV Leobendorf)

Wir haben uns mit Fatih Ekinci (SV Leobendorf) getroffen und mit ihm über seine erste Saison in der Regionalliga Ost, seinen Wechsel zu SV Leobendorf, seine doppelte Staatsbürgerschaft (Anm. Österreich und Türkei) und die Erfahrung, gegen einen Bundesligisten zu spielen, gesprochen. 

Centerfield: „In der vergangenen Saison bist du im Dress des ehemaligen FC Karabakh Wien aufgelaufen. Wie sieht deine Bilanz zu deiner ersten Saison in der Regionalliga Ost aus?“

Fatih: „Für mich war es sehr wichtig, in der Regionalliga Fuß zu fassen. Der sportliche Unterschied zwischen der Wiener Stadtliga und der Regionalliga ist sehr groß. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der letzten Saison, da ich in einer Mannschaft, die qualitativ sehr gut besetzt war und sehr viele namhafte Spieler in ihren Reihen hatte, viel Spielzeit bekommen habe.“

Centerfield: „Seit dem Sommer 2018 spielst du nun für den niederösterreichischen Regionalligisten SV Leobendorf. Dort hast du dich sofort bewiesen und dir deinen Platz in der Startelf erkämpft. Wie gefällt es dir in Leobendorf?“

Fatih: „Mir gefällt es gut. Die Mannschaft hat mich nach meinem Wechsel sehr gut aufgenommen. Für mich ist es sehr wichtig, ein gutes Umfeld, eine tolle Infrastruktur und gute Trainingsbedingungen zu haben und das wird einem Fußballer vom sehr professionell geführten SV Leobendorf geboten. Die Zuschauer stellen sowohl in Heim- als auch in Auswärtsspielen einen tollen 12. Mann dar und lassen uns Spieler nie im Stich. Die Mannschaft hat in den ersten 11 Spielen 21 Punkte geholt und tolle Leistungen gezeigt, was unser Mannschaftsziel – über die gesamte Saison vorne mitzuspielen und am Ende in der Tabelle unter den ersten drei Teams zu sein – bestätigt. Der Vorstand hat uns vor der Saison mitgeteilt, dass wir am Ende der Saison einen einstelligen Tabellenplatz erreichen sollen, wir Spieler sind aber der Meinung, dass wir mit unseren Qualitäten noch mehr herausholen können. SV Leobendorf hat eine sehr starke Mannschaft mit erfahrenen und jungen, aufstrebenden Spielen. Wir haben ein riesiges Potenzial und werden uns von Spiel zu Spiel steigern, um am Ende der Saison weit oben zu stehen.“

Centerfield: „Die Saison ist noch jung und ihr habt noch sehr viele Spiele vor euch. Wie sieht dein persönliches Ziel für die Saison 2018/19 aus?“

Fatih: „Für mich steht das Mannschaftsziel absolut im Vordergrund. Ich möchte mit der Mannschaft ganz oben mitspielen. Meine persönlichen Ziele sind natürlich jedes Spiel über 90 Minuten zu bestreiten und so wenig Gegentore wie möglich zu erhalten. Außerdem habe ich mir vor der Saison ein ganz besonderes Ziel überlegt. Ich möchte bis zum Ende der Saison wettbewerbsübergreifend mindestens sieben Tore erzielen. Bis dato habe ich es leider noch nicht geschafft, ein Tor zu erzielen, habe aber dank meiner Gefährlichkeit bei Standardsituationen bereits mehrmals unter Beweis stellen können, dass dieses Ziel erreichbar ist.“

Centerfield: „Du besitzt sowohl die österreichische als auch die türkische Staatsbürgerschaft. Wenn diese beiden Länder in einem wichtigen internationalen Spiel aufeinandertreffen und du eine der beiden Mannschaften anfeuern würdest, welche wäre das?“

Fatih: „Beide Länder liegen mir sehr am Herzen. In der Türkei liegen meine Wurzeln, Österreich ist aber etwas ganz Besonderes für mich. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, habe meine Kindheit in Österreich verbracht. Ich würde mir wünschen, dass es ein spannendes Spiel wäre und am Ende sollte der bessere gewinnen.“

Centerfield: „In der 2. Runde des UNIQA ÖFB Cup seid ihr trotz einer starken Leistung gegen den Bundesligisten SCR Altach ausgeschieden. Wie war es für dich, erstmals gegen einen Bundesligisten anzutreten und was hat euch gefehlt, um die Vorarlberger zu schlagen?“

Fatih: „Genau für solche Spiele spielt man Fußball. Es war ein schönes Gefühl und eine gute Erfahrung vor solch einer Kulisse gegen eine Bundesligamannschaft zu spielen. Leider ist das Ergebnis nicht zu unseren Gunsten ausgefallen, aber ich glaube, wir haben uns trotzdem sehr gut geschlagen. Die größten Unterschiede lagen im Tempo sowie in der physischen Verfassung. Es ist etwas anderes, wenn man sich tagtäglich ausschließlich auf den Fußball konzentriert und sein Leben darauf ausrichtet, immer für seinen Sport da zu sein. Wir gehen vormittags arbeiten und können unseren Fokus erst nach der Arbeit auf den Fußball richten. Insgesamt hoffe ich, dass dies nicht mein letzter Auftritt gegen eine Bundesligamannschaft gewesen ist.”

Centerfield: “Herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin alles Gute beim SV Leobendorf!”